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Mauerweg Teil 3 – von Wittenau nach Staaken

Mauertour im hohen Norden

Foto: DRK

Tegeler Fließ

Beginnend am Bahnhof Wittenau führt uns der Mauerweg unterhalb des Märkischen Viertels kurz am tief gelegenen Nordgraben vorbei entlang zur Bahntrasse der ehemaligen Heidekrautbahn. Kaum zu glauben, dass nur wenige Meter entfernt hektisches Treiben herrscht. Vorbei an den Überresten des alten Bahnhofs Rosenthal bringen uns die Schienen in Richtung Lübars, geradewegs ins Naturschutzgebiet „Niedermoorwiesen am Tegeler Fließ“. Der eben noch ebene Weg wird am Köpchensee sehr hügelig und bringt uns auf dem Kolonieweg vorbei an einem den Grenzstreifen ähnlich breiten Sandfläche in den Ort Schildow. Hier lohnt sich der Abstecher über den Holzstegweg durch das Kindelfließ zum Tegeler Fließ.

Entenschnabel

Von Schildow geht es hier in den Ort Glienicke/Nordbahn und kurze Zeit später wieder zurück nach Berlin zum „Entenschnabel“. Der Grenzverlauf an der Oranienburger Chaussee unterbrach diese oberhalb der Burgfrauenstraße und gab dem Grenzstück seinen Namen. Ähnlich wie in der City gehörte der weitere Verlauf der Chaussee nicht zu Berlin – die westliche Straßenseite schon.  So wechselt man heute bis zur Bieselheide ständig die Seiten. Kaum aus der Stadt heraus befindet man sich in einem urbelassenen Wald auf einem abschnittweise sehr unterschiedlich gepflasterten Weg, der einem phasenweise um sein Material fürchten lässt.

Invalidensiedlung

Um den verträumten Hubertussee herum fällt der Grenzturm der Führungsstelle „Bergfelde“ auf,  die von der Waldjugend der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald unterhalten wird – und daher auch Naturschutzturm genannt wird. Der S-Bahntrasse der S1 geschuldet müssen wir ein Stück nach Hohen Neuendorf einfahren, um dann über die Florastraße zur Invalidensiedlung zu kommen. Sie wurde als Ersatz 1938 für das bereits 1748 von kriegsinvaliden Soldaten bezogenes Invalidenhaus (heute Teile des BMWi) an der Invalidenstraße in Berlin-Mitte errichtet. Während der „Mauerzeit“ war dieser Zugang gesperrt und die Siedlung von drei Seiten von der Mauer umschlossen.

Hennigsdorf

Von der Invalidensiedlung aus geht es zunächst gut fünf Kilometer ungehindert auf einem gut ausgebauten Teerweg, bis man dann auch einem weiteren ziemlich kurvigen und hügeligen Kilometer die Autobahnbrücke an der A111 erreicht. Um dem Mauerweg weiter zu folgen, müssen wir auf die andere Seite der Havel. Das geht nur über die Hennigsdorfer Havelbrücke. Danach führt uns der Weg durch den Hennigsdorfer Hafen und an die Rückseite von Bombardier Transporstation, wo u.a. auch die Berliner Tram entsteht. Nach der etwas umständlichen Querung des Havelkanals geht es dafür auf der sehr ansprechend angelegten Havelpromenade weiter die Havel flussabwärts vorbei am Grenzturm Nieder Neuendorf, der als Museum ausgebaut ist.

Eiskeller

Wir erreichen wieder Berlin an der Badestelle Bürgerablage. Von hier aus führt der Mauerweg zum Teil durch dichten Wald oder später entlang großzügiger Wiesen.  An der Schönwalder Allee ist Eiskeller ausgeschildert, den wir auf dem gleichnamigen Weg, gesäumt von der ebenso großzügigen Natur, auch erreichen.

Eiskeller lag als Teil West-Berlins auf dem Gebiet der DDR. Die Exklave war mit dem Bezirk Spandau nur durch eine vier Meter breite, 800m lange Zufahrt verbunden.  Der Mauerweg mäandert danach durch Mittelheide –  nicht Mittelerde, obwohl der Wald hier fast  märchenhaft ist.  An der Falkenseer Chaussee ist ein interessantes Denkmal über die Geschichte der Mauer an diesem Grenzabschnitt zu entdecken.  Unweit dessen ist am Bahnhof Albrechtshof der nun vorletzte Teil der Mauertour zu Ende.

10. Oktober 2017 10:46 Uhr. Alter: 67 Tage