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Evakuierung nach Fund einer Bombe aus dem 2.Weltkrieg

Einsatzbereicht

Foto: DRK LV Berlin, KV Berlin Schöneberg-Wilmersdorf

Am 02.10.2017 wurde die Berliner Feuerwehr in den Mittagsstunden zum ehemaligen Güterbahnhof Wilmersdorf alarmiert. Während der Erkundung bestätigte sich der Fund einer 250 Kilogramm schweren Bombe aus dem 2. Weltkrieg.

 

Gegen 15:30 entsandte der Kreisverband Schöneberg-Wilmersdorf einen Erkunder zum Innsbrucker Platz um vor Ort Kontakt mit dem Lagedienst der Feuerwehr aufzunehmen. 

 

Während der Besprechung mit Feuerwehr, Polizei und dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg stellte man schnell fest, dass ca. 10.000 Personen evakuiert werden müssen. Darunter befand sich auch ein Alten- und Pflegeheim in der Bennigsenstraße mit ca. 80 Personen. Im Zuge der Erkenntnisse unterrichtete der Erkunder den Kreisbereitschaftsleiter und gab den Hinweis alle Fahrzeuge des Kreisverbandes besetzen zu lassen.   

 

Um 17:20 Uhr erfolgte der Alarm für die Schnelle Einsatz Gruppe (SEG) Betreuung sowie den Führungstrupp des Patiententransportzuges (PTZ). Daraufhin sammelten sich die freiwilligen Helfer in der Kreisgeschäftsstelle in der Kranzer Str.

 

Der Führungstrupp des PTZ bemühte sich um eine reibungslose Koordinierung aller eingesetzten Krankentransportwagen (KTW) und Behindertentransportwagen. 

 

Während die Besatzungen der KTW den Menschen halfen, die nicht mehr alleine zu Fuß ihre Wohnungen verlassen konnten, begaben sich andere Helfer durch die Verstärkung des Suchdienstteams in die Sporthalle am Sachsendamm. Dort warteten bereits Betroffene auf die Helfer.

 

Der Suchdienst begann unverzüglich mit der Registrierung der Betroffenen, während die Bereitschaften alle Hände damit zu tun hatten, es den Gestrandeten so angenehm wie möglich zu machen. Es wurde Kaffee, Tee, Wasser und belegte Brote sowie Feldbetten bereitgestellt.

 

Nach ca. 5 Stunden Aufenthalt in der Sporthalle wurde durch das Bombenentschärfungskommando Entwarnung gegeben. Die circa 80 Betroffenen konnten teils selbstständig, teils mit Hilfe der KTW‘s wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

 

Für unsere Helfer endete der Einsatz nach dem Abbau und der Material/Fahrzeugrückführung nach 12,5 Stunden um 06:00 Uhr morgens.

Glücklicherweise stand der Feiertag vor der Tür, sodass alle Helfer wohlverdient etwas ausschlafen konnten.

 

Der DRK Kreisverband Berlin Schöneberg-Wilmersdorf e. V. war mit 29 Helfer/innen und 8 Fahrzeugen im Einsatz. An 2 durch den Kreisverband besetzten Notunterkünften wurden mehr als 200 Betroffene betreut. Der Führungstrupp koordinierte mehr als 50 Transporte in die Notunterkünfte und in teils entferntere Krankenhäuser.

 

Text: Ritter, Hirsch, Schönemann

20. Oktober 2017 10:00 Uhr. Alter: 91 Tage