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Materialtransport nach Bayern am 02.10.2015

Zelte und Decken der DLRG aus Norddeutschland nach Feldkirchen

Die Helfer in Bayern brauchen Unterstützung in der Bewältigung des Flüchtlingsstrom. Schon seit Tagen bringen Helfer des Logistik-Teams in Schönefeld Material zunächst aus Berlin, später aus dem gesamten Bundesgebiet nach Bayern.

Auch das Logistik-Team stößt mittlerer Weile an seine Grenzen, sodass Helfer aus anderen Gemeinschaften um Hilfe gebeten werden. So bot sich unserem stellvertretenden Präsidenten und Rotkreuzbeauftragtem Jürgen Lehmann die Möglichkeit beginnend am 01.10.15 einen Materialtransport mit durchzuführen. Der Auftrag lautete zunächst Zelte der DLRG aus dem Bundesgebiet einzusammeln und nach Feldkirchen zu schaffen. Ursprünglich sollte die Tour über Niedersachsen und Baden-Württemberg führen, doch die Menge hätte das Volumen des 40 tonner Sattelzuges bei Weitem überfordert. Schließlich beschränkte sich das Einsammeln auf zwei Standorte in Niedersachen und Schleswig Holstein, übernommen durch ein weiteres Fahrerteam. Dieses startete bereits in den frühen Morgenstunden. Das Einsammeln verzögerte sich jedoch zusehends, da alles Material per Hand mit sehr wenigen Helfern erfolgte und die Menge über das Geplante hinausging.

Erst am Folgetag (02.10.2015) um 01:40 Uhr können wir dem 1835 Daimler plus Sattelauflieger mit über 140 Zelten und 2,2 Tonnen, oder 9 Europaletten mit Decken am vereinbarten Treffpunkt auf dem Autohof Irxleben in Empfang nehmen.

Leider stand die Tour unter keinem guten Stern. Der alte Bulli, mit dem wir dem ersten Team entgegen fuhren blieb mit Motorschaden auf dem Rückweg liegen. Unsere Fahrt wurde nach 20 Minuten mit einem Stau nach einem Unfall mit 2 Lkw und 2 Pkw auf der A14 Höhe Schönebeck unterbrochen.

Erst gut vier Stunden später in der Morgendämmerung war die Autobahn wieder frei und wir konnten die Fahrt fortsetzen über die A14, A9, A71, A93 und A3 bis nach Straubing und dann über die Dörfer zur Kaserne in Feldkirchen.

Für die Flüchtlinge wurde ein Teil der Kaserne abgeteilt, sodass auch die Zufahrt neu gestaltet wurde – diese führte uns geradewegs über die Felder. Diese Unterkunft ist nur als erste Anlaufstelle mit kurzfristiger Aufnahme von maximal 5000 Flüchtlingen konzipiert. Von hier aus werden die registrierten Betroffenen weiter ins Bundesgebiet verteilt. Zwei kleine Zeltstädte mit Zelten vom THW und DRK standen schon bereit und weitere auch größere befanden sich im Aufbau. Unter den ca. 50 eingesetzten Helfern befanden sich auch RotKreuz-Delegierte aus anderen Ländern, die sich unter anderem auch ein Bild von der Flüchtlingslage in Deutschland machen wollten. Von einer Hektik, wie sie zur Zeit in den Medien häufig zu sehen war, war hier nichts zu bemerken.

Um 13:30 Uhr eingetroffen (geplant war 08:00 Uhr) musste zunächst unser Ansprechpartner gefunden und mit dem THW die Brauchbarkeit der Ladung begutachtet werden. So dauert es inklusive. Einer willkommenen Erholungspause zwei Stunden bis mit dem Abladen des Anhängers begonnen werden konnte. Wie beim Einladen erfolgte auch das Umladen auf Paletten per Hand mit wenigen Helfern. Nur beim Materialtransport auf dem Gelände stand uns ein Gabelstapler zur Seite. So wurde es 18:15 Uhr, dass der Auflieger mit seinen 20 Tonnen Ladung wieder leer war und wir um 19:15 Uhr wieder die Heimreise antreten konnten. Häufige Fahrerwechsel und einige Pausen später erreichten wir Samstag kurz vor 03:00 Uhr ein wenig abgekämpft wieder das Logistikzentrum in Schönefeld und freuten uns auf ein paar ungestörte Stunden Schlaf im eigenen Bett.

 

Text und Fotos: Jürgen Lehmann

13. Oktober 2015 13:04 Uhr. Alter: 3 Jahre